„fett“ ist Geschmacksträger und diente daher als Namensgeber für das Studio von Thomas Beckstein, welches er nach seinem Designstudium, im Jahr 2012 in Wien gründete. fett konzipiert hochwertige und gleichzeitig ressourcenschonende Produkte. Als Ausgangsmaterial dienen hauptsächlich Getränkedosen und Glasflaschen mit Geschichte.

Die Werkstoffe werden in ihrer Form, Farbe, Abmessung und auch unter Berücksichtigung der ursprünglichen Handhabung in das Designkonzept von fett integriert. Sie bilden unter dem Einsatz handwerklicher Techniken einen neuen Charakter aus. Dieser gesamte Prozess beginnend mit dem Entwurf, über die Konzeption bis hin zur Produktion der Erzeugnisse, findet in der Regel im Studio im vierten Wiener Gemeindebezirk statt.

Upcycling Design ist vielfach mit dem Vorurteil konfrontiert, einer ästhetischen Bewertung nur bedingt standzuhalten. Die Produkte von fett zeichnen ein anderes Bild. Hier entsteht mit dem Einsatz von Altstoffen und dem Spiel mit deren Form, Farbe, Materialität und Geschichte innovatives Design.

Alles begann mit der Konzeption einer Weihnachtskugel aus Getränkedosen. Daraus entwickelt haben sich zahlreiche Produkte, von Wasserkaraffen über Gläser bis hin zu Leuchtobjekten oder auf individuelle Wünsche hin abgestimmte Lichtinstallationen für den privaten Wohnraum bis hin zu Lichtkonzepten für Bars, Restaurants und Shops.

Im Allgemeinen bezeichnet der Begriff „Upcycling“ die Kreation eines neuen Produktes unter Verwendung von Altstoffen. Bei der Auswahl und Verarbeitung dieser Stoffe legt fett großen Wert auf eine neutrale ökologische Materialbilanz.

Im Sinne der Nachhaltigkeit liegt demnach die Priorität bei der Weiterverarbeitung, auf den Materialen Holz, Metall und Glas. Der Charakter der verwendeten Ausgangsstoffe drückt sich in der Patina, den Abmessungen sowie der Form und der ehemaligen Funktionsweise aus. Ziel ist es deshalb diese Eigenschaften zu bewahren, besser noch sie in das neue Produkt zu integrieren. Dies wirkt sich positiv auf den Wiedererkennungswert sowie die intuitive Verwendung des neuen Gegenstandes aus.Besonders gut ist dies anhand der Tischleuchte aus einer Sodawasserflasche zu erkennen.

Eine Herausforderung ist im Produktionsprozess den Fokus auf die Anpassung und Neuinterpretation gegebener Merkmale beizubehalten. Diesem Gesichtspunkt untergeordnet ist die Produktionszeit und die Auswahl der Produktionsmittel. So kommen im Produktionsprozess verschiedenste handwerkliche Techniken zum Einsatz.

Das Werken mit den Händen ist sowohl federführend im Konzeptionsprozess als auch ein elementarer Bestandteil der Produktion sämtlicher Produkte und Installation von fett. So entstehen Einzelstücke nach Kundenwusch oder Serienprodukte mit der Möglichkeit der individuellen Konfiguration.

Um ehemalige Funktionsprinzipien neu zu interpretieren, müssen diese zuerst begriffen werden. Dies geschieht bei der Demontage aller Teile. Am Beispiel der Sodaflasche bedeutet dies ein Hantieren mit Einzelteilen, die oft mehr als 70 Jahre überdauerten und dementsprechende Toleranzen in der Fertigung aufweisen.

Nichtsdestotrotz liegt die größte Freude in der Kreation, eine Verbindung zwischen diesen alten Elementen und neuen Bauteilen zu schaffen, um somit eine Verschmelzung, hin zur Realisierung der Grundidee des neuen Produktes zu erreichen. Bei der Analyse des Ausgangsstoffes und innen liegender Merkmale entstehen erste Ansatzpunkte über mögliche Bearbeitungstechniken. Die Entwicklung bis zum Prototyp ist meist keine lineare sondern gliedert sich in der Regel in mehrere „trial and error“ Etappen.

fett legt sehr viel Wert auf Produktqualität. Eine stetige Verbesserung der Qualität ist vor allem dadurch möglich, dass der komplette Prozess von der Konzeption über die Entwicklung von Prototypen, bis hin zur Produktion und Vertrieb in einer Hand liegt. Ebenfalls können die Interessen der Auftraggeber, im Sinne von Produktvariationen, effektiver in die Tat umgesetzt werden.

Die größte Faszination gilt aber immer noch den Erzählungen hinter den antiquarischen Objekten, denen fett zu neuem Dasein verhilft. Bei der Beschaffung des Ausgangsmaterials, zuweilen auf Dachböden und in Kellern alter Abfüllbetriebe, treten auch die Geschichten ehemaliger ProduzentInnen oder deren Angehörigen wieder ans Tageslicht.

Wer vor hundert Jahren Limonaden oder Sodawasser verkaufen wollte, musste erst einmal in eigene Abfüllbehältnisse investieren, da es noch kein einheitliches Pfandsystem gab. Die eigenen Flaschen wurden dann befüllt, in mit Zeitung ausgekleidete Holzkisten gestellt und zum Kunden transportiert. Um die eigenen Flaschen bei der Rückgabe, identifizieren zu können, wurden diese mit dem eigenen Namen, einer bestimmten Farbe, dem Firmenstandort sowie mitunter der Telefonnummer, aufwendig geprägt oder später auch bedruckt.

Diese charmanten Details sind in das Gestaltungskonzept der Produkte von fett eingebunden. So kann man Trinkgläser mit der Aufschrift Leopold finden oder Sodaleuchten mit rotem Ventilkopf, zu dem die individuelle Kabelfarbe gewählt werden kann.

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So schließt sich am Ende der Kreis und die Sodaflasche steht nicht mehr wie einst, bereit für die nächste Befüllung, als Wasserspender in einer Holzkiste, sondern wartet darauf, den eigenen Wohnraum mit besonderer Atmosphäre zu erleuchten.